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Selbst Gott gibt den Zehnten!

Im Rahmen der Missionsarbeit von "Neues Leben", Altenkirchen/Westerwald wurde im Sommer 1960 erstmalig versucht, durch kombinierte Erholungs- und Missionsfreizeiten die Jugend der verschiedensten Gemeinden missionarisch zu aktivieren. Dabei sollten die drei Momente: Erholung, persönliche Besinnung und Dienst für den Herrn, vereinigt werden. Dies erwies sich für d i e s e damalige Zeit und die Jugend d i e s e r damaligen Zeit als fruchtbare Methode, die manche segensreiche Impulse sowohl für die Missionsarbeit, als auch die geistliche Zurüstung der Freizeitler in ihren Gemeinden bewirkte. Die Arbeit begann in Holstein am Strand "Heidkate" an der Ostsee bei Schönberg.

1962 wurde diese Arbeit aus dem Missionswerk "Neues Leben" ausgegliedert und ein selbständiges Werk unter dem Namen "Deutsche Inlandmission" gegründet. Die Arbeit weitete sich recht bald aus und hat heute Stationen in vielen Gegenden Deutschlands. Dem 3-köpfigen Gründungsvorstand gehörten damals neben dem Initiator J[Name.entfernt] L[Name.entfernt] noch Dr. G[Name.entfernt] S[Name.entfernt] und ich an.

Ich erinnere mich an eine sehr wichtige Sitzung des Vorstandes samt Beirats 1963. In dieser Sitzung ging es u.a. um die Frage der Einstellung eines weiteren vollzeitigen Mitarbeiters. Es ging um E[Name.entfernt] E[Name.entfernt] aus Werdohl , einen der eifrigsten Helfer und Unterstützer der Arbeit. Er fühlte ganz klar und deutlich den Auftrag des Herrn, seinen Beruf aufzugeben und voll in die Arbeit der "Deutschen Inlandmission" einzutreten. Wir alle waren sehr froh um die Bereitschaft unseres Bruders. Aber uns allen war ebenfalls klar, daß für die Bezahlung eines weiteren Mitarbeiters die dafür benötigten Mittel fehlten. Von unseren finanziellen Mitteln her betrachtet, erschien die Einstellung als unmöglich und nicht zu verantworten. Andererseits: wenn Gott diesen Weg des E[Name.entfernt] E[Name.entfernt] - so wie dieser ihn darstellte - wirklich wollte, dann würde er auch die notwendigen Mittel geben. Es war eine Glaubensentscheidung, die wir zu treffen hatten. Wir gingen alle auf die Knie, um in einer Gebetsgemeinschaft unseren Herrn um eine klare Weisung zu bitten. Mir wurde dabei plötzlich klar: "wenn Du bereit bist etwas zu opfern - so fühlte ich mich persönlich angeredet - dann bin ich als der Herr dieser Arbeit auch bereit, das übrige zu geben." Ich wußte plötzlich: ich muß mich jetzt zur Zahlung von 100,-- DM verpflichten, auch wenn ich sie absolut nirgends abzweigen konnte. 100,-- DM waren vor mehr als 35 Jahren noch sehr viel Geld. Menschlich betrachtet, hatte ich sie wirklich nicht verfügbar. Dennoch sagte ich, als wir unser Gebet beendeten, "ja" zur Einstellung und ich wolle sofort 100,-- DM zusätzlich spenden. Alle anderen Anwesenden entschieden sich ebenfalls positiv. E[Name.entfernt] E[Name.entfernt] wurde eingestellt. - Er ist heute noch in Schönberg und Leiter einer durch seine Arbeit entstandenenen Brüdergemeinde.

Als ich am nächsten Tag nach Hause zurückkehrte und meine Arbeit in meiner Bonner Dienststelle wieder aufnahm, lag auf meinem Schreibtisch die Abrechnung über einen Beihilfeantrag, den ich einige Zeit vorher eingereicht hatte. Ich hatte mir genau ausgerechnet, wie hoch der Erstattungsbetrag sein würde. Und nun erlebte ich die Überraschung: der Betrag der errechneten Beihilfe war genau 100,-- DM höher, als ich ihn mir ausgerechnet hatte.

Ich sagte voller Freude zu meiner Frau: "Gott hat mir nicht nur die 100,-- DM, die ich geopfert hatte, zurückgegeben und das entstandene Loch wieder geschlossen, er hat mir obendrauf noch den "Zehnten" dazu gegeben. Ist das nicht eine wunderbare Bestätigung unserer Glaubensentscheidung, die wir getroffen haben?"

So können wir immer wieder - bis in die kleinsten Begebenheiten hinein - erleben, wie unser Herr mit uns geht und unseren Gehorsam belohnt.

Immer wieder habe ich solches Handeln Gottes in ähnlichen Situationen erleben dürfen.